Ein guter Freund aus einer anderen Stadt kommt überraschend in die Praxis. Zahnproblem. Da ich seine Zähne schon viele Jahre betreue, kann ich mir ein ernsthaftes Problem kaum vorstellen. Aber es kommt richtig dicke: Vor etwa 15 Jahren hat er einen kleinen Skateboard-Unfall gehabt und eine Bierflasche ist gegen einen der mittleren Schneidezähne im Oberkiefer geschlagen. Nach Abklingen der leichten Beschwerden wurde die Sache vergessen.Jetzt, 15 Jahre später, hat ein kräftiger Biss in ein Vollkornbrötchen den Zahn-Super-GAU ausgelöst. Der Schneidezahn bricht endgültig durch und hängt nur noch am berühmten Seidenfaden.In einer meiner Weiterbildungen habe ich mal gesehen, was man theoretisch machen kann. Mit einem speziellen hauchdünnen Titan-Hebel, der den Knochen nicht verletzt, wird erst der abgebrochene Teil und dann das tief im Knochen steckende Fragment entfernt. Nun muss alles ganz schnell gehen. Die Wunde wird permanent mit Kochsalzlösung benetzt. Der Zahn wird in der Hand schnell wurzelbehandelt (Gewebereste des Nerven entfernt) und anschliessend mit einem speziellen Epoxydharz und einem Glasfaserstift wieder zusammengeklebt. Die Methode ist bewährt zum Aufbau toter und zerstörter Zähne.Dann wird es spannend. Der zahn wird in das Knochenfach zurückgesetzt und mittels Kunststoff mit den Nachbarzähnen verbunden. Eine Schienung, damit er sich nicht bewegen kann.Nach drei Monaten haben wir Gewissheit: Es hat geklappt.Der Zahn ist angewachsen und steht wie eh und jeh an seinem gewohnten Platz.klick auf das Bild zum Vergrössern 